Künstliche Götter

Ein Tempel für die KI. Ein 32 Meter langer Ölfries, mit bloßem Auge abstrakt — bis die Apple Vision Pro ein Pantheon aus den Bildern in den Raum treten lässt. Im Zentrum ein KI-Avatar, der live antwortet, in der Stimme des Künstlers.

Artist

Dennis Rudolph

Services

Mixed Reality

Development

Design

Tags

AI

AI Avatars

Mixed Reality

Real-Time

Exhibition

Culture

Mixed-Reality-Kunstwerk für Apple Vision Pro.

Mit bloßem Auge abstrakt.

Im Poolhaus Blankenese in Hamburg zieht sich ein 32 Meter langer Ölfries durch ein historisches Schwimmbad — Kompositionen, die Dennis Rudolph zuerst in Virtual Reality gemalt und dann in Öl übertragen hat. Mit bloßem Auge: abstrakte Leinwände. Setzt man die Apple Vision Pro auf, lösen sich dieselben Flächen in ein gemeinsames barockes Pantheon auf: Atlas, Nike, Orpheus, Gaia. Götter werden sichtbar und bewegen sich in und um die Bilder — und alle im Raum stehen gleichzeitig in derselben Welt.

The 32-metre oil frieze lining the historic Poolhaus Blankenese, seen with the naked eye.

Poolhaus Blankenese — der Fries mit bloßem Auge, vor der Brille.

Close-up of a visitor wearing Apple Vision Pro before the painted frieze.

Eine Mixed-Reality-Oper.

Sobald die Brille sitzt, wird der Raum zur Bühne. Götter — das Sujet von Dennis seit Langem — steigen aus den Bildern in den Ausstellungsraum herab, viel zu groß für den Raum. Sie durchdringen die Leinwand, entstehen aus dem Bild — und dann versteht man, dass die Leinwände passgenaue Ausschnitte der überlebensgroßen Figuren sind. Sie sitzen auf dem Rand des Frieses, mit den Beinen in der Ausstellungsfläche, und Atlas verliert die Weltkugel in die Ausstellung.

Temple of AI — der Film.
Dennis Rudolph's AI avatar addresses visitors wearing Apple Vision Pro.

Der Avatar beantwortet Fragen aus dem Raum.

The Artist is Present.

Im Zentrum steht ein KI-Avatar, gebaut aus Dennis' eigenen Erinnerungen, Texten, Positionen und seiner Stimme — kein generisches Sprachmodell. Er spricht als Dennis Rudolph, mit seinem Wissen, seiner Ästhetik, seinen Widersprüchen. Technisch ist es ein zweistufiges Retrieval-System: eine semantische Embedding-Suche, die in einen biografischen Knowledge-Graph mündet. Ein Mikrofon wandert von Besucher zu Besucher; jede gesprochene Frage bekommt eine Live-Antwort, und jeder Austausch wird als neue Erinnerung gespeichert. Das Werk wächst mit jedem Besucher.

Talk to Dennis now

Ein Gesamtkunstwerk.

Eine räumliche Inszenierung, die erst durch Mixed Reality möglich wird. Es ist Skulptur: Man versteht die Szene, indem man sie durch die eigene Bewegung im Raum erschließt. Es ist Performance, durch den Avatar des Künstlers, mit dem man sich live unterhalten kann. Und es ist Malerei, die zwischen virtuell und real oszilliert.

Two visitors in Apple Vision Pro before the frieze, with a bronze sculpture.

Temple of AI ist ein immersives Mixed-Reality-Werk an der Schnittstelle von VR-Malerei, generativer KI und barocker Mythologie. Sein konzeptueller Anker ist California City: ein Wüsten-Straßenraster für eine Stadt, die nie gebaut wurde — das gescheiterte Versprechen des Manifest Destiny, Landschaft geworden. Aus dieser Archäologie des Scheiterns fragt die Arbeit, was überlebt, wenn Utopien zerfallen. Ihre Antwort ist der Mythos — und das fortwährende menschliche Bedürfnis, mit dem zu sprechen, was den Menschen übersteigt.

Zugleich Installation, Performance und lebendes KI-System — ein Werk, das keine Fragen über Kunst beantwortet, sondern das Gespräch fortführt, um das es der Kunst immer ging: was nach dem Menschen kommt.

— Dennis Rudolph

Oil on canvas in close-up — the spatial brushstroke that began in virtual reality.

Öl auf Leinwand — der Duktus, der in VR begann.

Vom VR-Pinsel ins Öl.

Die Malerei ist aus dem Malen in VR entwickelt — ursprünglich mit Tiltbrush. Dennis hat eine räumliche Malerei geschaffen, die zwischen Skulptur und Malerei oszilliert: malerischer Duktus als räumliche Struktur. Diese Arbeit ist die Grundlage für die großformatigen Ölbilder, die den Duktus der VR-Malerei zurück in die echte Welt bringen — und so Malereigeschichte fortschreiben, mit einer eigenständigen ästhetischen und physischen Qualität.

Unsichtbar mit Absicht.

Bis zu fünfzehn Personen teilen denselben augmentierten Raum und sehen gemeinsam genau das Gleiche — ohne Einrichtung, ohne Menü, ohne Lernen. Die Inhalte setzen den realen Raum nahtlos fort, und genau diese Präzision ist die eigentliche Leistung. Für Apple Vision Pro, gebaut mit unserem eigenen Mixed-Reality-Framework: Hyperslides.

Up to fifteen visitors in Apple Vision Pro headsets before the painted frieze.

Bis zu fünfzehn Brillen, eine gemeinsame Welt.

Den ganzen Film ansehen.
Dennis Rudolph

NSYNK

Dietrich Brüggemann

Dennis Rudolph / NSYNK

Poolhaus Blankenese, Hamburg

Apple Vision Pro